Studienziel

Ziel der PROBASE-Studie ist die Etablierung einer standardisierten, risikoadaptierten Prostatakrebs-Früherkennung, vergleichbar der Darmkrebs-Früherkennung. Letztlich soll sie zeigen, dass Männer, die das risikoadaptierte PSA-Screening im Alter von 50 Jahren beginnen, bis zum Alter von 60 Jahren nicht häufiger an fortgeschrittenem, bereits gestreutem Prostatakrebs erkranken, als Männer, bei denen eine vergleichbare Vorsorge bereits im Alter von 45 Jahren anfängt. Außerdem soll untersucht werden, ob der verzögerte Beginn des Screenings die Rate an unnötigen Untersuchungen und Behandlungen zukünftig deutlich reduzieren kann.

Würde sich dieses Ergebnis bestätigen, könnte die Prostatakarzinom-Vorsorge künftig zehn Jahre später beginnen, da derzeit in der Deutschen S3-Leitlinie zum Prostatakarzinom empfohlen wird, Männer im Alter ab 40 Jahren mit einer Lebenserwartung von mehr als zehn Jahren über die Vor- und Nachteile des PSA-Screenings aufzuklären.

Zudem würde das risikoadaptierte Screening in Deutschland Standard werden, was bei der weit überwiegenden Mehrheit der Männer einen Großteil unnötiger Untersuchungen und Behandlungen verhindern könnte. Denn vermutlich gehören mehr als 90% zur Niedrigrisikogruppe, bei der die PSA-Tests im Abstand von fünf Jahren vorgenommen werden, so dass beim Beginn der Messung im Alter von 45 Jahren vier PSA-Tests bis zum 60. Lebensjahr ausreichend wären, um die Entstehung eines Prostatakrebses im Alter von über 60 Jahren auszuschließen. Das könnte einerseits die Ängste und Belastungen der Männer verringern und andererseits die Kosten für das Gesundheitssystem reduzieren.

Die PROBASE-Studie ist weltweit die erste Studie ihrer Art, die ein risikoadaptiertes PSA-Screening untersucht. Zudem ist sie die erste Studie, die den Zeitpunkt für den Beginn des risikoadaptierten Screenings bzw. die Bestimmung des Basis-PSA-Werts untersucht. Darüber hinaus erlaubt sie den Aufbau einer großen deutschen Biobank, mit der sich künftig zahlreiche weitere Fragen zum Prostatakarzinom erforschen lassen.

Die 45-jährigen Teilnehmer werden über die Einwohnermeldeämter zufällig ausgewählt und über die Studienzentren zur Studienteilnahme eingeladen. Die Meldebehörden sind befugt, Daten zu wissenschaftlichen Zwecken zur Verfügung zu stellen. Eine selbständige Teilnahme von Männern dieser Altersgruppe ist nicht möglich, weil es sich um eine epidemiologische Studie handelt, die sonst in der Auswahl der Teilnehmer verzerrt wäre.

Quelle: In Anlehnung an Studienprotokoll PROBASE-Studie und S3-Leitlinie zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms, 2011